Ganz im Norden Sumatras

Über Nacht bin ich von Medan nach Banda Aceh gereist. Icha (meine Couchsurfing-Gastgeberin) – fürsorglich wie sie ist – brachte mich zum Bus und wartete, bis dieser abgefahren war. Und auch in Banda Aceh brauchte ich am nächste Morgen nicht lange warten und schon wurde ich von Firdaus, meinem dortigen Host, in Empfang genommen. Auf seinem Roller fuhr er mich zu dem Haus seiner Familie, wo ich mein Zimmer mit eigenem Bad beziehen konnte.

Gemeinsam haben wir dann Banda Aceh unsicher gemacht. Der Name der Stadt mag vielen jetzt vielleicht nicht direkt ein Begriff sein. Daher helfe ich euch auf die Sprünge: Diese Stadt im Norden Sumatras wurde damals, am 26. Dezember 2004, von dem Tsunami getroffen. Fast 170.000 Bewohner der Stadt wurden getötet, 60 Prozent der Gebäude zerstört. Heute kann man ein Tsunami-Museum in der Stadt besuchen oder das Generatorschiff PLTD Apung 1.

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Das Generatorschiff PLTD Apung 1

Dieses 2,600 Tonnen schwere Schiff war im Wasser, als der Tsunami sich dem Land näherte. Es wurde dann drei Kilometer landeinwärts gespült. Dort steht es auch heute noch und kann besichtigt werden. Doch es reicht schon, dieses riesige Schiff dort stehen zu sehen damit einem bewusst wird, was für eine Kraft diese Welle damals hatte. Ähnlich verhält es sich mit dem “Boat on a House”. Ein weitaus kleineres Boot wurde ebenfalls auf Land gespült und zwar auf ein Hausdach. Auch dieses ist noch an Ort und Stelle und kann besucht werden. Als das Wasser kam, retteten sich die Bewohner des Hauses in das Boot und überlebten so die Naturkatastrophe.

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Blick auf das Tsunami-Monument

Tagsüber haben wir also die Sehenswürdigkeiten Banda Acehs abgeklappert, die Abende haben wir mit Firdaus Freunden verbracht. Und zwar in Cafes. In Banda Aceh reiht sich nämlich ein Cafe an das nächste. Die darf man sich jetzt nicht so wie unsere deutschen Cafes vorstellen, aber es sind eben “Läden” in denen vor allem Kaffee und ähnliches getrunken wird. Den da stehen die Bewohner Banda Acehs ziemlich drauf. Es reiht sich also ein Cafe ans nächste und diese sind auch noch alle gut besucht. Somit gehörte das wohl zur Cultural Experience, dass ich auch beide Abende in Cafes verbrachte 😉

Das Pärchen, dass sich am zweiten Abend mit uns traf, wollte mich direkt wieder treffen, sodass wir uns für den nächsten Tag zu einem frühmorgendlichen Strandausflug verabredeten und die mich dann am nächsten Ort meiner Reise absetzen wollten: Nusa.

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Nusa

Ein kleines Dorf zirka 7 Kilometer von Banda Aceh entfernt. Dort konnte ich bei einer Familie unterkommen (Homestay, den Firdaus mir durch Kontakte vermittelte) und ein bisschen das ruhige Dorfleben inmitten von Reisfeldern mit Blick auf Berge auf mich wirken lassen. Definitiv ein Kontrast zum heißen Banda Aceh mit seinem vielen Verkehr.

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Bin zufällig an einer großen Verkehrskontrolle vorbeigekommen – die wurde dann kurz abgebrochen, um Fotos zu schießen.
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Hier wird mein Es Campur zusammen gemixt (Eiswürfel (jaja ich weiß, die soll man “in solchen Ländern” nicht essen… hat mir nicht geschadet.) gemischt mit undefinierbaren süßen Jelly-Zeugs).

Nach einem Tag Dorfleben zog ich weiter Richtung Strand. In Lhoknga kam ich in Ninas Homestay unter. Dort lebten zu der Zeit außerdem zwei französische Surfer und es kamen mit mir zwei deutsche Mädels und ein Algerier an. Ab mittags schüttete es immer im Regen, so dass wir uns alle immer auf der Terrasse versammelten, Früchte aßen und quatschten. In regelmäßigen Abständen düsten die Surfer Dudes immer mal wieder an den nahe gelegenen Strand um die Wellen zu checken und anschließend zurück zu kehren, da diese sich irgendwie nie so richtig zum Surfen eigneten (Dieses Gebiet ist zwar bekannt für gute Wellen, allerdings hatte die Saison dafür noch nicht so ganz begonnen). Ich habe mit den deutschen Mädels eine Wanderung in die Umgebung gestartet. Das war echt super, da nahe am Strand auch viel Wald und Berge waren.

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Lhoknga Beach
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Geheimer Strand

Nach ein paar Tagen holte Firdaus mich gemeinsam mit einer Freundin, Nanda, ab. Diese hatte durch ihn von mir erfahren und angefragt, ob ich nicht auch eine Nacht bei ihr verbringen möchte. Warum nicht, dachte ich mir und blieb somit noch eine weitere Nacht in Banda Aceh und zwar bei Nandas Familie in deren riesigen (!) Haus. Gemeinsam haben wir indonesisch und deutsch gekocht und spontan lud Nanda für den nächsten Tag ein paar Freunde zum Essen ein, um mich gebührend zu verabschieden. 😉 Morgens kauften wir daher auf dem Markt ein und dann wurde gekocht. Dafür war Hauptsächlich ihre Schwester zuständig, die ein ordentliches Festmahl vorbereitete. Mein Beitrag war Kaiserschmarrn zum Nachtisch, was definitiv gut ankam, wobei die Indonesier anscheinen lieber Kokossauce statt Apfelmus mögen. 😀 Es war an sich sehr nett mit ihren Freunden. Nur zwischenzeitlich auch sehr ruhig – jeder tippte auf seinem Handy rum. Das war etwas ungewohnt für mich, aber wenn diese Momente vorbei waren, wurde sich auch unterhalten und vor allem indonesischer mit deutschem Nachtisch vermischt 😉

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