Ein Zwischenstopp für die chinesische Mauer

Ich habe es letztendlich doch nach China geschafft. Allerdings einen Tag später als geplant…
Mein ursprünglicher Plan war die kostenlose 72 Stunden-Aufenthaltserlaubnis für China zu nutzen, an einem Tag die chinesische Mauer entlang zu wandern und mir einen Tag Peking anzusehen… es hätte alles so gut gepasst… Wenn ich hätte mit fliegen dürfen.
Dürfte ich aber nicht. Denn ich hatte einen Flug gebucht, der über Xiamen (eine chinesische Stadt von der ich bis dato nicht wusste, dass sie überhaupt existiert) gehen sollte. Dort würde ich also das erste Mal Fuß auf chinesischen Boden setzen, wenn auch nur um das Flugzeug zu wechseln. Ich hatte auch extra beachtet, dass das in den 72 Stunden liegt. Leider wird diese Aufenthaltserlaubnis nicht an jedem Flughafen ausgestellt und man darf danach auch nicht einfach nach Lust und Laune irgendwo anders hin reisen etc. Details, auf die ich trotz ausgiebiger Internetrecherche nicht vorbereitet war. Dumm gelaufen. Ich musste also spontan einen neuen Flug buchen. Gut, dass der Flughafen in Taipeh gutes Internet bietet. Die Flüge am gleichen Tag waren mir zu teuer, also wurde es einer am folgenden Tag, eine weitere Nacht bei Cynthia (inklusive einem Abend mit tröstenden Worten der Mädels, einem thailändischen Film auf taiwanesisch, den ich trotzdem kapiert habe, leckeren Snacks und ein paar Gläschen Rotwein ;-)).
Dafür musste ich meinen Plan, die verbotene Stadt und das Stadtzentrum Pekings anzusehen an den Nagel hängen. Die chinesische Mauer hatte Vorrang. Zum Glück waren meine Couchsurfing-Hosts flexibel 😀

Meine Gastgeberin Bella und einer ihrer Hunde.

Auch für meinen Besuch der chinesischen Mauer wurden mir Steine in den Weg gelegt. Biene, eine Freundin, die ich auf meiner Weltreise vor einigen Jahren kennen gelernt hatte, hatte mir einen bestimmten Abschnitt empfohlen, zu dem man auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen sollte. Als ich aber an der Bushaltestelle stand, zu der ich ja auch erst mal hinkommen musste (und Peking ist jetzt nicht gerade klein!) stellte sich heras, dass derzeit kein Bus fährt und der Abschnitt außerdem geschlossen ist. Gut, dass ich zuvor noch mit Katrin, Mathias Schwester geschrieben hatte, und die mir den Namen des Abschnittes genannt hatte, den sie damals von Peking aus besucht hatte. Und gut, dass meine Couchsurfer mir eine chinesische Sim-Karte für den Tag geliehen hatten. Also schnell gegoogelt – ach ne, Google ist ja in China blockiert – stattdessen “gebingt” und den Bahnhof herausgefunden, ab dem ich einen Zug nehmen konnte. Dort angekommen wollte ich am Ticketschalter herausfinden, wann der nächste Zug fahren würde. Der nächste Stein im Weg zur chinesischen Mauer: Der Beamte – ohne auch nur aufzublicken – hielt ein Schild hoch, auf dem stand, die Bahn wurde verlegt. Also bin ich zum nächsten Bahnhof gehetzt… Und kam irgendwann, viel später als geplant aber immerhin an der chinesische Mauer an.

Dieses Blatt dient dazu, dass die ahnungslosen Touris Bescheid wissen, ohne dass der Bahnbeamte mit ihnen kommunizieren muss.

Und der ganze Stress hat sich gelohnt. Ein paar Stunden bin ich die kolossale, endlos erscheinende, steile Mauer entlang gewandert. Das Wetter war sonnig und schön, der Wind eisig kalt. Zum Glück hatte mir Bella eine dicke Daunenjacke und Handschuhe geliehen.

Ohne die geliehene Jacke wäre es wohl etwas frisch geworden…

Die Mauer war zwischenzeitlich so steil, dass ich vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzten musste, während ich mich am Geländer entlanghangelte.

Wow – kaum was los an so einem kalten Dezembertag.

Abends wurde ich dann noch mit einem köstlichen chinesischem Abendessen belohnt inklusive authentischer Pekingente (nicht einfach wie die Ente beim Chinesen in Deutschland. In Peking wird die mit einer ganz besonderen Sauße serviert, man legt dann das in Sauce getunkte Fleisch auf eine Art kleinen Wrap, dazu etwas Gurke und Zwiebel, rollt es ein und isst es – ein Gedicht ;-)).

Reichlich leckeres chinesisches Essen.

Fazit zu meinem kurzen Pekingaufenthalt: Es geht auch ohne Google, meine Couchsurfer waren wieder mal sehr cool, die chinesische Mauer ist ein Besuch wert, der Zwischenstopp hat sich gelohnt.

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