Drei Wochen Costa Rica pur

Wie im vorigen Blogeintrag berichtet, wurde uns von einem älteren Herren empfohlen, dass wir doch schon mal bis Arenal fahren sollten, eine Stadt, die für uns immerhin auf dem Weg lag, direkt am Arenal See. Nachdem wir mit ihm einige Zeit lang auf Spanisch gequatscht und Mathias seinen Wunsch, einen Tukan zu sehen und zu fotografieren geäußert hatte, lud er uns ein, bei ihm zu übernachten.

Unser Spontan-Host Franklin vor seinem Haus.

Das haben wir dankend angenommen. Es stellte sich heraus, dass eine seiner Töchter samt Sohn und Tochter mit ihm zusammen wohnt. Die haben uns alle freudig aufgenommen und wir kamen sogar in den Genuss eines eigenen Zimmers 😀 Die Tochter hat uns gut mit Essen versorgt und uns gezeigt wie man Tortillas mit einer Tortilla-Presse macht (davon haben wir natuerlich auch eine importiert).
Für den nächsten Morgen hatten wir eine Wanderung zu einem kleinen See (das Haus selber war am Arenalsee, dahinter gab es aber noch einen kleineren) geplant. Leider war alles sehr nebelig und man konnte fast gar nix sehen, waren also recht früh schon wieder bei unserem Rentner. Haben dann erzählt was wir erlebt hatten und da kam die Tochter wieder und meinte sie würde uns was rumfahren wollen. So hat sie uns dann ein bisschen im Auto die Gegend gezeigt und da haben wir dann auch tatsächlich unseren ersten Tukan gesehen 🙂

Wir haben einen Tukan entdeckt.

Nachmittags mussten wir uns dann von unserer neuen Familie verabschieden und haben den Bus nach La Fortuna bekommen. Dort merkten wir direkt, dass das keine Stadt für uns ist. Ausser dem Vulkan Nationalpark, in dem man den Vulkan Arenal genau so gut wie von überall anders auch sieht (aber Eintritt zahlt) gibts da nämlich Rafting, Ziplining und all den Tohuwabohu, den Touristen anscheinend gerne machen und bereit sind, dafür immense Summen an Geld zu bezahlen (tja… Wir sind halt “on a budget” unterwegs und wollten eher Natur).
Wir sind auch da wieder bei einem Couchsurfer und seiner Familie unter gekommen, der super nett und hilfsbereit war. Mathias und ich sind dann zu einem heißen Fluss gefahren, in dem man kostenlos schwimmen konnte. Da es durchgehend regnete war das sowieso die beste Idee. Das Flusswasser war warm aufgrund des Vulkans in der Nähe. Während wir entspannt da drin saßen, konnten wir allerlei Vögel beobachten, zum Beispiel sind direkt über uns einige Kolibris die Blüten auf und ab geflogen.
Nächste Station wäre eigentlich ein sehr großer Nationalpark oberhalb der Hauptstadt San Jose gewesen, der aber irgendwann mal durch einen Highway getrennt wurde. Haben auch da wieder einen Couchsurfer gefunden der uns aber abgeraten hat, nicht dort hin zu gehen. Die einzige Stelle, die man nämlich ohne Auto sehen könne wäre wohl nicht so interessant. Stattdesssen hat er uns angeboten, dass er den nächsten Tag frei macht und mit uns wandert. Das Ganze endete in einer ganz schönen Odyssee, aber davon erzähle ich wann anders mal ausführlicher.
Weiter ging es dann an die Karibikküste zu einem kleinen Nationalpark: Cahuita, der besonders für seine Faultiere bekannt ist. Haben auch da einen günstigen Campingplatz gefunden und uns gleich auf in den Park gemacht. Der ware echt schön, verlief durch einen Wald direkt am Strand. Haben viele coole Tiere gesehen, unter anderem freche Waschbären, aber kein einziges Faultier. Am Ausgang haben wir dann einen Parkwächter gefragt (wir hatten unser spanisches Vokabular bereits um das Wort vago erweitert, Faultier). Der hat gesagt, er zeige uns gleich eins, wanderte ein bisschen herum und zeigte dann anch oben. Da war also eins versteckt, erkennbar als Fellknäuel ganz oben im Baum. Weiter Richtung Ausgang zeigte er wieder in einen Baum, diesmal war das Fellknäuel noch weiter weg, aber es kratzte sich immerhin gerade am Bauch 😀
Wenig überzeugt von unseren Entdeckungen und den Fotos hatten wir vor, am nächsten Tag nochmal dahin zu gehen. Dies war übrigens auch der einzige Park in den man gegen eine Spende rein kam, während andere zwischen 8 und 25 USD verlangen.

Wirklich interessante Tiere diese Faultiere – und spannend zu beobachten, wenn sie sich bewegen.

Unser Plan war, so früh wie möglich los. So waren wir dann schon um 6:00 Uhr (Öffnungszeit) am Eingang, mit Frühstück im Gepäck (Ananas, Kokosnuss (natürlich selbst geerntet und geöffnet) und Haferflocken im Rucksack). An diesem Tag waren wir deutlich erfolgreicher. Wir waren die ersten im Park und es waren richtig viele Tiere unterwegs. Neben den Klassikern, wie kleinen Äffchen und den Waschbären entdeckte Mathias zufällig gleich zwei Faultiere: Mutter mit Jungem. Wir waren natürlich mega begeistert und Mathias hat massig Fotos geschossen und dann hatten wir den Dreh raus, die zu finden und später insgesamt dann an die zehn Stück (an beiden Tagen) gesehen. Am Abreisetag dann sogar direkt an der Straße, die zu unserem Camp führte.
Unsere letzten Ziele waren wieder an der anderen Küste, zum Beispiel der Marino Ballena Nationalpark. In dem Dorf in der Nähe kamen wir recht spät an. Es war bereits dunkel und wir hatten noch nicht ganz geklärt, wo wir übernachten würden. Haben also ein paar Passanten gefragt, ob sie wüssten, wo man gut campen könnte. Ein Mann, der gerade vor einer Autowerkstatt stand, meinte die Benzinpumpe würde nicht mehr Klappe, aber wenn wir zehn Minuten warten würde er uns mitnehmen. Haben also gewartet und sind dann mit Rucksäcken auf den Pickup hinten drauf. Er fuhr Richtung Meer, was immer gut ist weil man da notfalls so übernachten kann, und dann Waldpfade am Meer entlang. Dann blieben wir stehen, er stieg aus und erleuchtete mit seiner Taschenlampe die Gegend: Zeigte auf ein paar Holzhütten, wo es fließend Wasser und Toiletten gab. Wir waren begeistert 😀 er hatte uns einfach mal bei Nacht schon in den Nationalpark gefahren, wo man kostenlos campen könnte. Am nächsten Morgen haben wir dann festgestellt, dass wir wirklich direkt neben dem Haupteingang geschlafen hatten und somit die Gebühr umgangen sind 😀 Außer uns waren vor allem Costa Ricaner da.
Sind dann durch den doch recht kleinen Nationalpark gewandert, haben ein paar Kokosnüsse gesnackt und den Strand entlang, bis wir einen Pfad, der in den Wald hineinführte, sahen. Da kamen so laute Geräusche her, denen wir gefolgt sind und tadaa landeten wir in einem Mangrovenwald mit ganz vielen Aras oder Scarlet Macaw.

Haben einige Zeit lang die Macaws beobachtet.

Wunderschön wie Phoenixe vorallem wenn sie fliegen 🙂 Haben auch nach Krokodilen gesucht, vor denen auf Schildern am Weg gewarnt wurde aber keine gefunden…. Diese haben wir dann zu späterer Zeit an einer anderen Stelle entdeckt – allerdings mit sicherer Distanz von einer Brücke aus.

So ein Krokodil beobachte ich dann doch lieber aus sicherer Entfernung.

Die restlichen Tage haben wir damit verbeacht die Nachbarstädte auf dem Weg zurück nach Liberia abzuchecken. Dabei immer im Wechsel mal wild gecampt, mal auf einem Campingplatz.

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