Ein paar Kolonialstädte in Nicaragua

Mathias flog von Liberia aus wieder nach Deutschland, während ich mit dem Bus Richtung Grenze reiste. Mein nächstes Land sollte Nicaragua sein.

Die typischen ersten Orte, die Touristen dort normalerweise ansteuern sind das Strandstädtchen San Juan del Zur oder die Insel Ometepe. Strände hatte ich in den letzten Tagen in Costa Rica zu genüge besucht, da war mir wirklich nicht nach einem weiteren der auch noch mit Touristen überfüllt sein sollte. Auch die Insel überzeugte mich nicht, weshalb es für mich gleich nach Granada ging.

Iglesia de Guadalupe.

Granada ist eine Stadt mit einem kolonialen Stadtkern. Es ist auf jeden Fall ganz schön dort durch die Straßen zu schlendern, es ist aber auch sehr touristisch. So was war ich gar nicht mehr gewöhnt, nachdem Mathias und ich doch oft an nicht touristischen Orten waren und ständig wild gecampt hatten. Aber gut, ich habe dort eine Nacht verbracht und das war auch genug richtig für mich. Das Interessante: Ich bin in einem “House for Travellers” untergekommen. Habe das über Couchsurfing entdeckt. Das ist ein russisches Projekt. An verschiedenen Orten weltweit mieten die (Russen, die sich an der Aktion beteiligen) ein Haus und lassen Reisende dort kostenlos leben. Es gibt verschiedene Regeln, an die man sich halten muss, klar (Jeder kocht/putzt mal, die Kosten des gemeinsamen Essens werden geteilt, macht man etwas leer, ersetzt man es – sowas eben).

Es wird gemeinsam Plov zu Abend gegessen.

Als ich da war lebten dort die zwei, die das Haus dort angemietet hatten, drei weitere russische Reisende, von denen einer Vladimir Nesin ist, ein 68-Jähriger,der seit 21 Jahren unterwegs ist. Und zwar barfuß. Scheinbar eine kleine Berühmtheit. Außerdem war ein französischer Couchsurfer für zwei Nächte dort untergekommen und später kam noch ein britischer Couchsurfer an, der seit drei Jahren mit dem Fahrrad um die Welt radelt – letzte Etappe: Südargentinien nach New York City.

Vladimir zeigt uns, dass man auch Kopf-über trinken kann.

Zu Abend gab es ein russisches Essen: Plov. War lecker. Scheint aber eher ein Begriff für Eintopf-Reisgerichte zu sein. Außerdem hat jeder so ein bisschen seine “Story” erzählt. Die Idee mit dem Haus finde ich eine interessante Sache. Das gibt es dann an den verschiedenen Orten immer für ein paar Wochen.
In einem kostenlosen Schokoladenmuseum (es ging da natürlich eher ums Verkaufen) habe ich unter anderem Schokoladentee aus der Schale der Schokoladebohnen und Schokoladencreme (Nutellastyle) probiert. Letzteres war schon echt gut – aber nichts, womit ich mich in den verbleibenden Wochen meiner Reise abschleppen wollte.

Der nächste Ort, denn ich angesteuert habe, war Leon. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Kolonialstadt. Auch diese war touristisch aber irgendwie haben sich die Touristen nicht so auf ein, zwei Straßen konzentriert, das Ganze wirkte daher anders, authentischer… Allerdings musste ich in Leon dann doch mal in ein Hostel ziehen, da ich keinen Host gefunden habe. War für zwei Nächte aber auch ma okay. Das Zehnbettzimmer war, obwohl es voll war, sehr relaxt. Es gab eine Küche, in der man kochen konnte, Frühstück war im Preis mit inbegriffen und im Garten oder den Hängematten ließ es sich gut chillen – und Reiseplanung betreiben. Nach dem ich die Stadt erkundet hatte bin ich noch einen Tag nach Las Penitas an den Strand gefahren.

Nicaragua ist ein großes Land und es gibt auf jeden Fall noch massig zu entdecken, mich zog es allerdings nach El Salvador – dem Land von dem ich vor meiner Reise ständig hörte “Da reist du aber nicht hin, oder? Das ist doch viel zu gefährlich!!!” und ähnliches. Auch eine Dokumentation, die ich im Weltspiegel gesehen hatte, verhieß nichts Gutes. Aber ich wollte nun selber herausfinden, wie es dort ist.

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